Weinanbaugebiete

Bingen liegt am Schnittpunkt von 4 Weinanbaugebieten – das ist einmalig in ganz Deutschland! Und so möchten wir unseren weinaffinen Gästen in der Vinothek auch gerne Weine aus allen diesen Anbaugebieten vorstellen – wo gibt es eine solche Vielfalt sonst?

Damit Sie wissen, worauf Sie sich einlassen, möchten wir Ihnen die Anbaugebiete im Folgenden kurz vorstellen.

Der Mittelrhein von Bingen bis hinter Remagen ist mit 465 ha Anbaufläche das kleinste der bei uns vertretenen Anbaugebiete. Die steilen Hänge links und rechts des Rheins, auch als „deutscher Grand Canyon“ bezeichnet und längst als UNECO-Weltkulturerbe anerkannt, stellen an die Winzer besondere Anforderungen. Steilstlagen mit über 50% Hangneigung sind keine Seltenheit. Dafür wird der Winzer (und der Weinkenner) vor allem mit charaktervollen Rieslingen belohnt, in denen sich südliche Fülle und nördliche Eleganz vereinen.

Das mit 26.200 ha Rebfläche größte und sicher nfacettenreichste Gebiet unseres Weinangebotes ist Rheinhessen, gelegen im Dreieck zwischen den Städten Worms, Bingen und der „Great-Wine-Capital“ Mainz. Das Gebiet verdankt sein besonderes Terroir einem sub-tropischen Meer, das sich hier vor 60 Millionen Jahren erstreckt hat. Vielseitig sind die Weine die sich auf Löss, Kalk, Quarzitschiefer, Porphyr und Rotsandstein  präsentieren: Den Weinkenner erwartet eine breite Palette von Sorten, z.B. Silvaner, Burgunder, Müller-Thurgau (= Rivaner) und Riesling. Und die junge Winzergeneration mit ihrem nachhaltigen Qualitätsanspruch hat dafür gesorgt, dass die Region nach Jahren eher durchschnittlicher Massenweine wieder in die Spitzengruppe des deutschen Weinanbaus aufgerückt ist.

Rechts des Mains und des Rheins von Flörsheim bis Lorch erstreckt sich der Rheingau auf über 3.100 ha. Seine Lage mit dem Zentrum zwischen den beiden Rheinknien und damit mit südlicher Hangausrichtung garantiert sonnengereifte Prädikatsweine komplexer Mineralität und fruchtbetonter Säure. Zudem schützt der Taunus die Weinberge vor kalten Nordwinden. Geologisch finden sich Formationen aus Schiefer, Quarzit, Sandstein, Lehm-Löss und Mergel, die den Weinen einen jeweils typischen Charakter und einen markanten Ausdruck verleihen. Hauptsorte auf der „ebsch Seit“ (= Bezeichnung der Rheinhessen für das andere Rheinufer) ist mit weitem Abstand der Riesling; allerdings wachsen auf der Rotweininsel am Assmannshäuser Höllenberg auch ausgezeichnete Rotweine.

Auf rund 4.100 ha bestockter Rebfläche gedeihen an der Nahe und in ihren Seitentälern überwiegend Weißweine. Während an der oberen Nahe vorwie-gend oberrotliegende Böden vorzufinden sind, bietet die mittlere Nahe mit Lehm-, Sand-, Schiefer- und vulkanischen Verwitterungsböden die besten Voraussetzungen für kräftige, vollmundige Weine. An der unteren Nahe wachsen auf rheinischem Schiefer filigrane Rieslinge. Kein Wunder, dass sich die heilige Hildegard hier auf Disibodenberg und Rupertsberg wohl gefühlt hat.